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Krankenstand NEU PDF Drucken E-Mail

Wie schon vor einigen Monaten schriftlich an unsere Klienten ergangen, hier nochmals kurz zur Erinnerung!

Die wesentlichen Neuerungen bei der Entgeltfortzahlung ab 01.07.2018 im Überblick:

• Angleichung der Krankenentgeltfortzahlung der Angestellten an die Arbeiterregelung des EFZG; kleine Unterschiede bleiben aber bestehen.
• Erhöhung der 100 % Entgeltfortzahlungsdauer für Angestellte und Arbeiter bereits nach dem ersten Dienstjahr statt nach dem fünften.
• Verdoppelung der Entgeltfortzahlungsdauer für Lehrlinge bei Krankheit/Freizeitunfall.
• Entgeltfortzahlungspflicht über Dienstverhältnis-Ende hinaus, wenn eine einvernehmliche Auflösung mit einem Angestellten oder Arbeiter während eines Krankenstandes oder „im Hinblick auf“ einen Krankenstand erfolgt.

Die beiden erstgenannten Punkte aus diesem „Angleichungspaket“ sind wohl die praktisch wichtigsten, weshalb diese nachfolgend noch einmal kurz zusammengefasst werden.
Systemwechsel bei den Angestellten

Für alle Arbeitsjahre, die ab 01.07.2018 zu laufen beginnen, kommt es zu einem Systemwechsel bei der Krankenentgeltfortzahlung der Angestellten:

Für „normale“ Krankenstände (Krankheit und Freizeitunfall) gilt das EFZ-Kontingent (6, 8, 10, 12 Wochen 100 % Fortzahlungsdauer je nach Dienstzeit, anschließend 4 Wochen 50 %) pro Arbeitsjahr (d.h. mit Erreichen eines neuen Arbeitsjahres lebt ein völlig neuer Entgeltfortzahlungsanspruch auf, und zwar auch im Falle eines laufenden Krankenstandes).

Für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten gilt hingegen ein eigener Anspruchstopf (100 % Fortzahlung für 8 Wochen, nach 15 Dienstjahren Erhöhung auf 10 Wochen) pro Anlassfall.

Diese Änderung gilt sowohl für Neueintritte, als auch für bestehende Dienstverhältnisse. Entscheidender Stichtag für den Beginn des Arbeitsjahres ist das Datum des (letzten) Eintritts als Angestellter.


Verlängerte EFZ-Dauer bereits nach dem 1. Dienstjahr

Sowohl für Angestellte als auch für Arbeiter kommt es – ebenfalls in Arbeitsjahren, die ab 01.07.2018 zu laufen beginnen – zu einer allgemeinen Besserstellung: Der Sprung von 6 auf 8 Wochen 100 %ige Entgeltfortzahlung setzt nach der neuen Rechtslage schon nach Vollendung des ersten Dienstjahres ein, und nicht erst nach 5 Dienstjahren.

 
Arbeitslosenversicherung - neue Staffelung bei Niedrigentgelt PDF Drucken E-Mail

Durch eine aktuelle Gesetzesnovelle werden die Grenzbeträge für „Niedrigeinkommen“ ab 1. Juli 2018 angehoben, was bei den dadurch betroffenen Arbeitnehmern zu einer niedrigeren Arbeitslosenversicherung, und damit zu einem höheren Netto, führen wird.

Der Arbeitnehmeranteil zur Arbeitslosenversicherung reduziert sich bei einem monatlichen Bruttomonatsentgelt
von bis zu € 1.648,00 auf 0 %,
von € 1.648,01 bis € 1.798,00 auf 1 %,
von € 1.798,01 bis € 1.948,00 auf 2 %.

Ab einem Bruttomonatsentgelt von € 1.948,01 gilt der normale Beitragssatz von 3 %.

 
Meldung des wirtschaftlichen Eigentümers bis 1.6.2018 PDF Drucken E-Mail

Seit heuer sind Rechtsträger bzw deren geschäftsführende Organe verpflichtet, die Angaben hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Eigentümer einzuholen, aktuell zu halten und der Registerbehörde mitzuteilen. Bis zum 1.6.2018 muss die erstmalige Meldung der wirtschaftlichen Eigentümer für bestehende Rechtsträger erfolgen (für ab Mai 2018 neu gegründete Rechtsträger - Meldung innerhalb von 4 Wochen ab Eintragung im Firmenbuch). Die betroffenen Rechtsträger (insbesondere Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften, Vereine und Stiftungen mit Sitz im Inland) müssen die Meldungen über das Unternehmerserviceportal (USP) machen. Einen ausführlichen Beitrag dazu können Sie in der KlientenInfo 1/2018 nachlesen. Ihr bevollmächtigter Steuerberater kann Sie dabei gerne unterstützen oder ab 2.5.2018 für Sie die Meldungen abgeben.

 
DSGVO 25.5.2018 PDF Drucken E-Mail

Mit 25.5.2018 treten die Bestimmungen EU-DSGVO und des Datenschutzgesetzes (DSG) 2018 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt muss jedes Unternehmen (unabhängig von der Branche), das in irgendeiner Weise personenbezogene Daten verarbeitet (zB eine Kundendatei führt, Rechnungen ausstellt), alle Datenanwendungen und Geschäftsprozesse an die neue Rechtslage angepasst haben. Dafür entfällt die Meldepflicht an das Datenverarbeitungsregister (DVR) und die Anführung einer DVR-Nummer.

In Anbetracht der Komplexität der Materie und der möglichen hohen Strafen (bis zu € 50.000 bzw € 20 Mio) ist es jedenfalls empfehlenswert, sich bei der Umsetzung von Experten unterstützen zu lassen.

 
Beschäftigungsbonus kann ab 1.7.2017 beantragt werden PDF Drucken E-Mail

Nach einigem Hin und Her wurden nun die Richtlinien für den Beschäftigungsbonus beschlossen. Der Beschäftigungsbonus kann grundsätzlich von allen Unternehmen, unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße, beantragt werden, wenn der Unternehmenssitz oder eine Betriebsstätte in Österreich liegt und zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden. Staatliche Unternehmen sind von der Förderung ausgeschlossen, außer sie stehen mit anderen am Markt tätigen Unternehmen im Wettbewerb und üben keine Aufgaben der Hoheitsverwaltung aus.

Der Beschäftigungsbonus wird für zusätzliche vollversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gewährt, wenn folgende Personen eingestellt werden:

  • beim AMS als arbeitslos gemeldete Personen,
    • Bildungsabgänger (das sind Personen, die an einer zumindest viermonatigen gesetzlich geregelten Ausbildung teilgenommen haben, sofern der Abgang von der Bildungseinrichtung nicht länger als zwölf Monate zurückliegt)
  • Jobwechsler (das sind Personen, die in den zwölf Monaten vor Eintritt in das Unternehmen in Österreich erwerbstätig und somit pflichtversichert waren, zB geringfügig Beschäftigte, Selbständige, Vollzeitangestellte).

Das Dienstverhältnis muss der Kommunalsteuerpflicht sowie dem österreichischen Arbeits- und Sozialrecht unterliegen.

Um festzustellen, ob es sich um ein förderbares zusätzliches Arbeitsverhältnis handelt, wird der Beschäftigungsstand zu folgenden fünf festgelegten Stichtagen herangezogen:

  • am Tag vor Entstehung des ersten förderungsfähigen Arbeitsverhältnisses sowie
  • das jeweilige Ende der vier Vorquartale

Der Höchstwert an bestehenden Arbeitsverhältnissen zu einem dieser fünf Stichtage wird als Referenzwert festgelegt. Der Beschäftigtenstand umfasst mit Ausnahme von Lehrlingen und geringfügig Beschäftigten alle im antragstellenden Unternehmen beschäftigte Arbeitnehmer und ist in Köpfen (= Anzahl der Personen) anzuführen. Die Förderung gelangt zur Auszahlung, sofern ein Zuwachs von zumindest einem Vollzeitäquivalent (entspricht 38,5 Wochenstunden) gegenüber dem Referenzwert nachgewiesen werden kann.

Gefördert werden dabei für die Dauer von drei Jahren die anfallenden Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung, Beiträge zur Mitarbeitervorsorge, Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer) durch einen Zuschuss in Höhe von 50 % der Lohnnebenkosten, der jährlich im Nachhinein ausbezahlt wird. Das zusätzlich geschaffene Beschäftigungsverhältnis muss mindestens vier Monate dauern. Der Zuschuss ist von der Einkommensteuer befreit. Bei einem Bruttojahresgehalt von € 35.000 betragen die Lohnnebenkosten rd € 10.650, der Zuschuss daher rd € 5.325 pa. 

Anträge können unter Einbindung Ihres Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers ab 1.7.2017 über den Austria Wirtschaftsservice, der Förderbank des Bundes, gestellt werden. Details und den Antrag finden Sie unter www.beschaeftigungsbonus.at.

 
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